Tach guten!
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1984! Die Eurythmics haben anläßlich dieses Jahres extra einen Song geschrieben! Dabei wurde fälschlicherweise immer wieder behauptet, dieses Liedgut sei zum gleichnamigen Film geschrieben worden! Fakt ist, und da kann ich mich auf Dave Steward himself berufen, die Gründe lagen in Flensburg, im Mirage!
In diesem Jahr machte ich als 18jähriger Spunt gerade eine Ausbildung zum Koch im "Histerischen Krug" zu Überdensee! Konnte ich ahnen, dass es diese Jahre sein würden, die mein Leben am deutlichsten prägen würden?
Tatsache ist, ich war jung, naiv und ich brauchte das Geld, denn es tat sich etwas in der Stadt, die ich als die meinige Geburtsstadt schimpfen darf. All die Jahre zuvor dackelte ich in die Apenrader Str., um mein Geld schon damals im DOMICIL bei Horst loszuwerden. Dieses war die Popperhöle schlechthin, doch eins unterschied diesen Laden von den anderen: Die Musik!

Ich durfte in der Zeit des Domicils erstmalig die Bekanntschaft des Horst B. aus F., (wenn auch nicht gebürtig), machen.
Wie ich schon erwähnte, es tat sich was in unserer Fördestadt, das Crypton (der heutige Speicher) wurde eröffnet. Wie mir glaubwürdig überliefert wurde, sah Hotte B. in dieser Lokalität nicht ansatzweise eine Konkurenz zu seinem Domi! Auf seinem Geburtstag prustete er heraus, seine Stammkundschaft würde immer zu IHM kommen, und er mache sich da keine Sorgen.
Ein Trugschluß, wie sich sehr schnell herausstellen sollte, denn schon wenige Wochen später stand Horst mit mehr Personal als Gästen dumm da.
Eine Frechheit, wenn ich heute so darüber nachdenke, denn im Crypton wurden die Charts rauf- und runterdejuppelt, aber wer kennt heute noch einen DJ aus diesem Laden, der uns musikalisch beeindruckt bzw. überrascht hat?

Schnell ging jedoch das Gerücht um, (und Ihr wißt, Gerüchte verbreiten sich heute wie damals nur sehr langsam in Flensburg, :o), Horst plane wat neues. In der Tat, Ende ´84 war Horst mit dem Mirage am Start. Für mich als Musikfreak ein Traum. Endlich nicht mehr Musik aus der Dose, auch wenn die Charts von Depeche Mode, Yazoo, ABC und Human League geprägt wurden. Aber da gab es doch noch den guten alten Funk.
Ich durfte jedenfalls feststellen, dass es es in Zukunft nicht mehr nötig war, mich ins Crypton zu begeben, denn den Klängen der GAP Band und ähnlichen Größen würde ich dort niemals lauschen dürfen. Das Mirage schien mir von Anfang an vertraut, und so ist es sicher kein Wunder, dass mir in dieser Zeit sehr prägende Dinge passiert sind... Okay, dass in der Hot-Dog-Bude Krusau grundsätzlich sehr nett anzusehende Mädels arbeiteten, und es sich nicht nur für ein Hot-Dog lohnte, dorthin zu fahren, dass wußte ich schon zu Domicil-Zeiten. Doch in diesem Tempel der Begegnung war der Kontakt zu unseren nordischen Nachbarn etwas ausgeprägter. Man traf die ersten danske PIGES auch hinter dem Tresen an, und sich bei Ihnen sein Vitamin B zu erkämpfen, machte mächtig Spaß.
Ich kann mich auch noch ganz genau daran erinnern, wie ich mich wieder einmal mit meinem Busenfreund zufällig in dieser Lokalität zu einem Umtrunk treffen durfte: Dieser Busenfreund hatte wohl Zucker in den Taschen, denn der einen oder anderen Bedienung (aber auch "freilaufenden" Frauen) schien er es mächtig angetan zu haben. Wir endeten also, obwohl es noch früh in der Nacht war, am Ende des großen Tresens, und die Tresenkraft schmiß sich sofort an Prince-Charming ran. Auf die Frage, was wir denn trinken wollen, sie würde einen ausgeben, entgegnete der Depp: "Einmal die Karte rauf und runter!" Am nächsten Morgen begnete man anderen Kumpels, die genau wie unser Einer die Nacht im Auto verbracht hatten, mit aufgequollenem Gesicht! Denn ohne Pernod-Visage kam man aus diesem Laden nur sehr selten heraus.

     
Man zog aber auch irgendwann seine Konsequenzen. Weil es wirklich übel war, sich ab 2.00 Uhr die Erlebnisse der letzten Nacht später am Telefon von Dritten und Vierten erzählen zu lassen, beschloß man irgendwann, den Konsum von Escorial mächtig einzuschränken und ab sofort nur noch "Soft-Drinks" zu konsumieren. Auch hier belogen wir uns selbst, denn die Getränke, die uns von nun an ausgeschenkt wurden, waren alles, ...nur nicht soft (Mischungsverhäldnis min. 1:1)
Die letzte Zeit des
Mirage wurde geprägt von einem Bombenalarm nach dem anderen. Bald war es soweit, dass man sich am nächsten Tag wunderte, wenn es in der Nacht davor keinen solchen gegeben hatte. Das Ordnungsamt hatte es auf "uns Hotte" abgesehen: Da seine Zappelhöle grundsätzlich überfüllt war, und er irgendwie immer rausbekam, wann die Herrschaften eine Zählung durchführen würden, war so ein Bombenalarm ein gutes Mittel, die Bude innerhalb kürzester Zeit leer zu kriegen.
Gott, man könnte noch so vieles von diesem Laden erzählen, doch das würde den Rahmen sprengen!
Obwohl sich diese Zeit natürlich nicht neu kopieren lässt, haben wir uns alle Mühe gegeben... denn Memories werden ja wohl erlaubt sein!

Also in diesem Sinne, bis dato and be nordish by nature!
Hauke